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Dorf-Fotografie Richterswil, inkl. Führung (10 + 2 Gäste)

Bereits um 7:15 Uhr traf sich die erste Gruppe am Bahnhof Richterswil. Während das Dorf noch langsam erwachte, zog es die Frühaufsteher an den See, wo sie sich der Morgenfotografie widmeten. Um 8.50 Uhr stiess die zweite Gruppe dazu.
Gemeinsam, mit Herr Jucker vom Ortsmuseum, ging es um 9 Uhr auf eine interessante Führung durch den historischen Dorfkern von Richterswil. Obwohl Richterswil von der Einwohnerzahl her längst die Grösse einer Stadt erreicht hat, bezeichnet man sich hier mit Stolz weiterhin als Dorf. Und dieses Dorf hat einiges zu bieten: Richterswil besitzt beispielsweise den grössten Springbrunnen der Welt, der ohne Pumpe funktioniert. Sein Wasser wird allein durch den Druck eines höher gelegenen Teichs, in die Höhe befördert. Auch beim berühmten Räbeliechtli-Umzug darf Richterswil gross denken – schliesslich wird auch dieser gerne als der grösste seiner Art bezeichnet.
Beim Rundgang durch den Dorfkern begegneten wir zahlreichen historischen Details. Besonders schön sind die alten Wirtshausschilder, die bei Bedarf fachgerecht restauriert oder sogar originalgetreu nachgebaut werden. Charakteristisch für Richterswil sind zudem die wunderschönen Riegelhäuser, die dem Dorf sein unverwechselbares Gesicht geben.
Ein weiterer Blickfang ist der Bahnhof: Er gehört zweifellos zu den schönsten Bahnhöfen am Zürichsee und bot natürlich ebenfalls das eine oder andere lohnende Fotomotiv.
Während andernorts gerne berühmte Persönlichkeiten als Namensgeber herhalten müssen, sucht man in Richterswil vergeblich nach einer Goethe-Strasse oder Goethe-Gasse – obwohl Goethe einst tatsächlich in Richterswil weilte.
Besonders interessant war auch die Geschichte des Seeufers: Damit die Bahnlinie direkt am Zürichseeufer realisiert werden konnte, wurde das Ufer mit Gestein aus dem Gotthard aufgeschüttet. Ein schönes Beispiel dafür, wie viel Geschichte in einer Landschaft steckt, die wir heute ganz selbstverständlich betrachten.
Nach so viel Fotografie, Geschichte und Wissenswertem meldete sich langsam der Hunger. Um 12.30 Uhr kehrten wir im Restaurant Schiff "Namaste" ein und stärkten uns mit einem feinen Mittagessen aus der indischen Küche.
Gut gesättigt und bestens gelaunt verabschiedeten wir uns voneinander. Ein abwechslungsreicher, interessanter und rundum gelungener Fototag ging damit zu Ende.
Und wieder einmal hat sich gezeigt: Man muss gar nicht weit reisen, um spannende Geschichten und tolle Fotomotive zu entdecken – manchmal liegen sie direkt vor der Haustür.
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